Wissenschaftliche Tagung Franzensbad, 13.09.2018

„Kulturweg der Vögte – Erlebnis Geschichte“

Nach der wissenschaftlichen Tagung im September 2017, bei der die Erforschung der Geschichte der ehemals vögtischen Wirkungsstätten im deutsch-böhmischen Grenzgebiet das Hauptthema war, stand zur diesjährigen Tagung in Franzensbad (Františkovy Lázně) das „Erlebnis Geschichte“ im Mittelpunkt. Die Referenten und Gäste gingen der Frage nach, wie man diese doch für manche sehr weit in der Vergangenheit liegende gemeinsame Geschichte auf unterschiedliche Art und Weise erfahrbar und erlebbar machen kann

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So widmeten sich viele Referenten aus den einzelnen musealen Einrichtungen dem Thema der Repräsentation der Vögte und der regionalen Besonderheiten in den Dauerausstellungen, wie z.B. Dr. Martin Salesch vom Vogtlandmuseum Plauen, Matthias Wagner vom Stadtmuseum Gera, oder Sina Klausnitz von der Burg Mylau.

Štěpán Karel Odstrčil von der Burg Seeberg (zum Stadtmuseum Franzensbad gehörig) sprach über die Neukonzeption der Ausstellung auf der Burg hin zu einem Regionalmuseum des Egerlandes unter Einbeziehung der mittelalterlichen Geschichte mit den Vögten als vom Kaiser beauftragte Landrichter bis hin in die Neuzeit.

Jörg Hahnel vom Landwirtschaftsmuseum Blankenhain (bei Crimmitschau) berichtete über die ständige Weiterentwicklung seiner Einrichtung – im Museumsdorf Blankenhain kann man die Entwicklung von der mittelalterlichen Grundherrschaft bis in die heutige Zeit sehr gut nachvollziehen.

Peter Nürmberger, Kulturamtsleiter der Stadt Hof und zuständig für den Betrieb des „Museums Bayerisches Vogtland“ berichtet von den schwierigen Anfangszeiten des Museums bis zur heutigen Problematik der schwierigen Integration des Vögte-Themas in die Ausstellungskonzeption. Hof war zwar bis 1373 in Besitz der Vögte von Weida jedoch identifiziert man sich in der Stadt heute weniger als Teil des Vogtlandes, was auch der Lage am ehemaligen Eisernen Vorhang geschuldet sein mag, der die Stadt vom eigentlichen „Kern-Vogtland“ abtrennte.

Unter Federführung von Prof. Christoph Fasbender von der TU Chemnitz entsteht ein Kulturführer im Rahmen des Projektes, in dem die historischen Zeugnisse ausführlich beschrieben und mit interessanten überlieferten historischen Begebenheiten angereichert werden. Mittels verschiedener Themenrouten kann man dann den Kulturweg z.B. auf den Spuren der Klöster, Städte, Burgen oder Dorfkirchen bereisen.

Über die Integration der konkreten touristischen Angebote in Internetseiten und Mobil-Apps sprach Dirk Heinze vom Tourismusverband Vogtland und Lubomír Kovář von der EUREGIO EGRENSIS Böhmen stellte das grenzüberschreitende Online-Portal www.mitte-europa-eu vor, in dem der Kulturweg der Vögte ebenfalls eine angemessene Repräsentation finden wird.

Im Ergebnis der Tagung sind sich die Teilnehmer einig, dass der „Kulturweg der Vögte“ als übergreifende Klammer für alle Einrichtungen ein erfolgversprechendes Instrument für die weitere Vernetzung der unterschiedlichen Objekte ist. Durch die Einbindung in die Dauerausstellungen und die Vermarktung mittels eines einheitlichen Logos und abgestimmter Druckstücke zu den einzelnen Routen und Sehenswürdigkeiten wird die gemeinsame historische Region auch tatsächlich für Einheimische und Besucher wahrnehmbar. Es wird auch über die Erstellung eines gemeinsamen Imagefilms nachgedacht, der bei allen Projektpartnern gezeigt werden soll.

Die Veranstaltung wurde von der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Sachsen/Thüringen zusammen mit dem Leadpartner futurum vogtland e.V. organisiert und mit Eigenmitteln und mit Mitteln der Europäischen Union kofinanziert.

Im kommenden Jahr sind zwei Exkursionen zu deutschen und tschechischen Wirkungsstätten der Vögte geplant, um die lokalen Akteure, wie Mitarbeiter der Museen und Tourist-Informationen mit den oft nicht nicht so gegenwärtigen Kulturweg-Bestandteilen in der näheren Umgebung und jenseits der Landesgrenzen bekannt zu machen.

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