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Burg und Schloss Petschau (Bečov nad Teplou)
Burg und Schloss Petschau (Copyright: kvpoint.cz)

Etappe 13: Die Plauener Vögte im Egerland

 

Die Plauener Vögte besaßen im ausgehenden Mittelalter mehrere Burgen im Egerland und im heutigen Westböhmen. Die 13. Etappe lädt zu einer Spurensuche ein.

Die vorletzte Etappe des Kulturwegs folgt diesen Spuren und führt zunächst zur imposanten Burgruine Hartenberg im Tal der Zwota südlich von Graslitz. Belagerungen, Plünderungen und mehrere Brände führten zum halbverfallenen Zustand, dem sich die örtliche Bürgervereinigung mit Restaurierungsmaßnahmen und kulturellen Aktivitäten tapfer entgegenstellt. Weiter südlich in Königsberg an der Eger haben sich von der einstigen Burg der Plauener Vögte nur noch Spuren erhalten. Dank vieler weiterer Sehenswürdigkeiten ist Königsberg heute ein touristisch attraktiver Ort im Böhmischen Bäderdreieck.

Mit den Burgruinen EngelsburgNeuhartensteinHungerberg und Burglin kann man südlich von Karlsbad einst bedeutende Herrschaftssitze der Vögte von Plauen kennenlernen. Heute bieten sie dem Wanderer neben der Burgenromantik vor allem herrliche Aussichtspunkte auf die Naturlandschaft zwischen dem Erzgebirge und dem Tepler Hochland.

Die Stadtkirche in Luditz ist eines der wertvollsten sakralen Denkmäler in der Region Karlsbad. Von hier führt der Kulturweg weiter über das Schloss Stedra und nach Theusing, das mit einer historischen Stadtanlage, der Veitskirche Uitwa und der Bartholomäuskirche Pröles viele Sehenswürdigkeiten aus dem Mittelalter zu bieten hat. Nach einem Abstecher in das historische Schlaggenwald mit der Spital- und der Georgenkirche sowie einem sehenswerten Museum verläuft die Etappe über Bad Königswarth mit einer Burgruine der Vögte schließlich in der einstige Kaiserpfalz Eger.

Burgruine Engelhaus

Engelhaus IGP0146 StefanHerold 3ebdb8b9Die Burg Engelhaus stand auf einem kegelförmigen Berg knapp über dem gleichnamigen Städtchen. Die näheren Umstände ihrer Gründung sind nicht bekannt; es ist jedoch unzweifelhaft, dass sie erst um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert in der Petschauer Herrschaft der Herren von Riesenburg entstand. Offenbar sollte Engelhaus zusammen mit der alten Burg Petschau die seinerzeit ausgedehnten Riesenburgischen Besitzungen sichern, welche die königliche Stadt Karlsbad von Süden, Osten und Norden umgaben.Am markantesten wurde der Charakter der Burg durch den zweiten, spätgotischen Umbau der Herren von Plauen geprägt, der an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert stattfand. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten Überreste der Burgarchitektur. Das Areal der inneren Burg, seinerzeit neu befestigt, hatte die Gestalt einer länglichen Ellipse, die westöstlich ausgerichtet war und eine Länge von ungefähr 80 m und einer Breite von ca. 40 m aufwies. Der alte Turmpalas war etwa in der Mitte positioniert. Auf westlicher Seite wurde noch ein quadratisches Wohngebäude spätgotischen Ursprungs errichtet, das später dem Stile der Renaissance angepasst wurde (charakteristisch Putz und Fenster). Von diesem sind die Mauern bis zur Höhe der ersten Etage erhalten.

Schlossruine Hartenberg

Hartenberg IGP0456 StefanHerold b04fbdd4Die ursprünglich romanische Burg Hartenberg wurde vermutlich schon Ende des 12. Jahrhunderts von dem Ministerialengeschlecht der Herren von Hartenberg errichtet. Im Laufe des 13. Jahrhunderts erfolgte der Umbau in eine zeittypische Burg mit Bergfried. Ihr ältester Teil war wohl der große, dominante und schlanke Wehrturm mit rundlicher Spitze. Der Turm ergänzt den außergewöhnlich weitläufigen, zweif ügeligen Palas. Im untersten Geschoss des Objektes haben stattliche Tonnengewölbe überdauert. Das massive, gotische Gemäuer der mittelalterlichen Burg ist bis zur Etagenhöhe des jetzigen Palas erhalten, welcher seine heutige Dimension im 14. Jahrhundert bekam. Damals entstand auch der Zwinger, der den Kern der Burg umgab. Während der Schlickschen Umbauten im Stile von Spätgotik und Frührenaissance wurde das zweite Stockwerk des Palas aufgetragen. Dort richtete man 1471 die Burgkapelle der Heiligen drei Könige ein. Zu dieser Zeit wurde mit dem Bau einer vorgeschobenen Bastion und eines Tores mit Hängebrücke über dem Burggraben auch die Befestigung der Burg verbessert. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde unter den Herren von Piesnitz mit dem allmählichen, jedoch umfassenden Umbau der ursprünglichen Burg in ein behagliches Renaissanceschloss begonnen. Während der Kämpfe des Dreißigjährigen Krieges erlitt Hartenberg allerdings große Schäden und brannte im Jahre 1668 schließlich nieder. Bei der barocken Erneuerung erhielt das hiesige Schlossareal seine endgültige und heutige Gestalt. Die letzten Instandsetzungen des Schlosses fanden im Laufe des 19. Jahrhunderts unter den Herren von Auersperg statt und konzentrierten sich vor allem auf die Herrichtung des Interieurs und die Beseitigung der letzten Überreste der ursprünglichen gotischen Burgbefestigung.